Qigong-Lehrer Hui Yu

Weisheiten meiner Lehrer

„Der Mensch wird im Außen nie finden, was er im Inneren nicht hat.“ (Alexandra Herdt)

Oder wie mein Lehrer mir einst sagte:

„Alles, was Du im Außen suchst, findest Du nur in dir selbst.“

Ein Satz, der mich zum richtigen Zeitpunkt wachgerüttelte. Wenn die Richtung falsch ist, dann kann man sich noch so bemühen und man wird nicht das finden, wonach man sucht. Je mehr man sich anstrengt und Kraft investiert, umso mehr entfernt man sich von seinem Ziel.

Wir streben nach materiellen Dingen und nach Status. All dies findet im Außen statt. Im Grunde sind wir auf der Suche nach Liebe, Bestätigung und Anerkennung. Wir fragen nach dem Sinn des Lebens, und wofür es sich lohnt, an uns zu arbeiten. Selbst wenn wir zeitweise finden, wonach wir suchen, machen wir uns lediglich abhängig von der Außenwelt. Wenn wir daran festhalten wollen, dann sind Schmerzen und Enttäuschungen vorprogrammiert. Die Welt im Außen können wir nicht kontrollieren. Alles ist am Fliessen und verändert sich ständig. Das Glück dauert nur so lange, wie wir die Dingen von Außen bekommen. Wenn wir sie nicht mehr bekommen, fühlen wir uns verletzt und innerlich leer, und die Suche beginnt von vorne. Wir werden zum Sklaven unserer Sehnsüchte.

Dabei haben wir bereits alles in uns, wonach wir im Außen suchen. Wir brauchen uns nur zu fragen, ob wir uns selbst lieben und respektieren. Wir sind es gewohnt, Liebe und Respekt anderen zu geben, aber nicht uns selbst. Wie sollen uns andere lieben und respektieren, wenn wir uns selbst nicht lieben und respektieren können? Wenn wir uns aus tiefsten Herzen selbst lieben und anerkennen können, dann spielt es keine Rolle mehr, ob wir sie von anderen bekommen oder nicht. Ab dem Augenblick suchen wir auch nicht mehr im Außen.

huiyu qigong

„Wir sehen die Dinge nicht so, wie sie sind. Wir sehen sie so, wie wir sind!“ (Aus dem Talmud)

Mein Lehrer sagte:

„Es gibt keinen anderen Außen, sie sind nur die Spiegelbilder von dir.“

Mein Lehrer sagte mir, dass im Zustand der Erleuchtung man in jedem und allem sich selbst erkennen würde, als würde man überall in einen Spiegel hineinschauen. Dann erkennt man sich selbst, und dass alles im Universum miteinander verbunden ist. Man solle jetzt schon anderen Menschen als Spiegel von sich selbst benutzen, um sich selber zu erkennen. Zum Beispiel: Was ich von anderen denke, sagt nur etwas darüber aus, wie ich mich selbst sehe. Wenn ich eine Emotion als Reaktion auf andere bekomme, dann habe ich eine Beschränkung in mir, die mich blockiert. Weil jeder Mensch mehrere Facetten hat, fokussieren wir bei anderen auf die Fcette, die uns widerspiegelt. Rege ich mich zum Beispiel über die Faulheit von jemanden auf, verabscheue ich mit Sicherheit die Faulheit in mir selbst. Sehe ich jedoch in jedem das Positive, dann bin ich auch erfüllt von positiver Energie. Umgekehrt bin ich auch nur ein Spiegel von anderen. Was andere über mich denken und meinen, hat mit mir wenig zu tun. Wenn andere sich über mich aufregen, dann passiert es in ihnen. In dem Moment haben sie ein Problem, nicht ich. Medizinisch gesehen wird die Sache noch klarer. Denn wer sich über andere aufregt, produziert in erster Linie negative Energie in sich und schadet somit zuerst sich selbst.

zhineng qi gong

„Sei selbst die Veränderung, die du dir für die Welt wünschst“ (Mahatma Gandhi)

Mein Lehrer sagte mir einst:

„Wenn du dich veränderst, verändert sich die ganze Welt.“

Wir haben alle eine Vorstellung von einer besseren Welt und von einem besseren Leben. Und wir wissen genau, was wir an der Welt um uns herum verändern wollen. Doch all die Verbesserungswünsche sind nach Außen gerichtet. Die Welt da draußen und andere sollen sich ändern, damit wir glücklicher werden. Andere sollen rücksichtsvoller und verantwortungsvoller sein, damit es besser wird. Aber so funktioniert die Welt leider nicht. Weil jeder so denkt, ist die Welt so wie sie ist. Das ist das Ergebnis von unserem egozentrischen Denken, wo wir uns selbst von der Welt separiert betrachten. Das Ego erzeugt in uns eine eigene Identifikation mit allem, was zu „mir“ gehört (mein Körper, meine Gedanke, mein Wissen, mein Besitz … ). Das schafft gleichzeitig die Trennung nach Außen; es gibt ein „Ich“ und die Welt draußen. Die künstliche Trennung von der Welt führt erst zur dualistischen Denkweise, wo der Verstand alles nach gut und schlecht, richtig und falsch bewertet.

In der Realität sind wir unzertrennbar mit der Welt und Natur verbunden. Aus der Sicht des Universums gibt es kein gut oder schlecht, kein richtig oder falsch. Alles ist Ursache und Wirkung. Alles was wir tun, beeinflusst und verändert auch die Welt um uns herum. Unsere Sicht auf die Welt spiegelt lediglich unser Inneres wider. Die Welt draußen wirkt deswegen kalt und abweisend, weil wir selbst Angst vor Zurückweisung haben.

„Was du aussendest, das kommt wieder zu dir zurück.“ Sende ein Lächeln in die Welt hinaus und die Welt lächelt zurück. Wenn wir die Welt verändern wollen, dann sollen wir prüfen, was in uns steckt. Denn das, was tief in uns steckt, beeinflusst jeden Gedanke von uns. Aus Gedanken werden Worte und Taten, die wir in die Welt hinaus senden. „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ ist nur die Antwort des Egos. Wir sollen wissen, dass wir immer eine Wahl haben, was wir hinaus senden wollen. Wir sollen auch wissen, dass unsere negativen Gedanken über andere zuerst uns selbst schaden, weil unser Geist und Körper miteinander verbunden sind. Deswegen sollen wir auch unsere Feinde lieben. Denn wenn wir von Herzen Liebe und Dankbarkeit aussenden, werden wir Frieden und Harmonie bekommen.